“Damit ein Kakao die geistige Leistungsfähigkeit fördern kann, sollte er eine moderate, aber nachhaltige Wirkung auf den Blutzuckerspiegel ausüben.” Statt auf die Reduktion von Zucker zu pochen, um Zähne und Körper fit zu halten, setzt Prof. Dr. Günter Eissing von der Technischen Universität Dortmund auf den Verzehr von gesüßtem Kakao zum Schulfrühstück.
Während der Gesundheitswissenschaftler damit die mentale Fitness von Schulkindern stärken will, ist es das Ziel des zahnmedizinischen Wissenschaftlers, Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke gerade Kinder zu zahnfreundlichem Verhalten zu motivieren. Dass diese Ziele für Zähne, Kopf und Körper durchaus mit gemeinsamen Strategien und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen harmonisiert werden können, wurde in einer Pressekonferenz der Aktion zahnfreundlich e. V. anlässlich der IDS 2015 in Köln klar.

Das Rezept dafür ist eigentlich einfach. Man nehme die richtigen Zutaten, achte auf deren empfohlene Mischung, beachte die alt-bekannte Regel “nicht zu viel und nicht zu häufig”, gibt eine Prise Verantwortung dazu und voilá, das Fitness-Frühstück kann verzehrt werden. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Verbote und mit Spaß am Essen.

Drei Faktoren spielen bei dem neuen Ess-Erlebnis allerdings eine wichtige Rolle: die Zusammensetzung der Nahrung inkl. Getränke, Kohlenhydrate und deren Auswirkungen auf den Blutzucker und damit auf den Glykämischen Index (GI).

Grundsätzlich gilt, dass mit der Aufnahme von Kohlenhydraten der GI ansteigt – allerdings mit großen Unterschieden. So zeigen beispielsweise Pumpernickel, Weizenbrot und Milchschokolade bei vergleichbarer Kohlenhydratmenge beim GI einen deutlichen Unterschied von 70 Prozent.

Getestet und für gut befunden
2013 haben Wagner et al.1 das Testprodukt Joe Clever Kakaotrunk nach der Methodik der WHO untersucht. Der Verzehr von 50 g Glukose bewirkt im Normalfall einen steilen Anstieg des Blutzuckers auf über 160mg/dl und fällt anschließend auf Blutzuckerwerte unterhalb des Ausgangsniveaus zurück. Beim Verzehr von Joe Clever Kakaotrunk erreichte der Blutzuckerwert nur 120 mg/dl, er bewirkte auch einen geringeren Abfall, sodass der Blutzuckerspiegel nach zwei Stunden nur noch leicht erhöht war und einen niedrigen GI von 37,4 aufwies (Abb. 1).

Der Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit wurde zunächst in mehrstündigen Tests mit Versuchspersonen untersucht. Dabei wurde an einem Versuchstag ein Päckchen Kakaotrunk getrunken, am drauffolgenden Versuchstag nicht. Die geistige Leistungsfähigkeit wurde durch den “Kurztest Allgemeine Intelligenzparameter” (KAI) erfasst. Dieser misst die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung sowie die Merkspanne, aus der die Arbeitsspeicherkapazität berechnet wird (Abb. 2). KAI korreliert hoch mit allgemeinen Intelligenztests.
Das Ergebnis: Die Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit nach dem Verzehr des Kakaotrunks war sowohl nach 20 Minuten wie auch nach einer Stunde deutlich und signifikant erhöht.
Zusätzlich untersuchten Prof. Eissing und Team die geistige Leistungsfähigkeit von Schülern der dritten und vierten Klassen in Grundschulen nach dem Verzehr von 250 ml Kakaotrunk mit 1,5 Prozent Fettgehalt. Auch dabei wurde sowohl nach KAI getestet als auch der Konzentrationstest KT 3-4 durchgeführt.
Das Ergebnis: Gegenüber dem nüchternen Zustand ergab sich in beiden Tests eine signifikante Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit bei dem Lebensmittel Kakaotrunk.
Dieses Ergebnis bestätigte sich auch, wenn die Schüler morgens zuhause gefrühstückt hatten.
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