Hätten Sie´s gewusst? Rund 33 Kilogramm Haushaltszucker verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Hinzu kommen etwa 70 weitere Zuckerarten, die häufig in industriell gefertigten Lebensmitteln enthalten sind. Hinter Namen wie Maltose, Dextrose oder Maltodextrin verbergen sich süßende Zutaten und/oder Zutaten, die dem Zuckergehalt hinzugerechnet werden müssen. Genau wie Haushaltszucker haben auch sie eine zahnschädigende Wirkung.

Die Zuckeraufnahme in Deutschland liegt deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie empfiehlt nicht mehr als 25 g Zucker pro Tag. Häufiger Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel liefert nicht nur unliebsame Kalorien, sondern begünstigt auch die Entstehung von Karies. Denn Zucker dient Kariesbakterien als Nahrung. Sie bauen ihn zu Säuren ab, die dem Zahnschmelz Mineralien entziehen können. Dies kann die Zahnhartsubstanz zerstören. Karies entsteht.

„Neben nicht ausreichender Zahnpflege spielt eine falsche Ernährung, vor allen Dingen der häufige Verzehr zuckerhaltiger Nahrung und Getränke zwischen den Hauptmahlzeiten, die wichtigste Rolle für die Entstehung von Zahnerkrankungen“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Das heißt also: Neben einer insgesamt notwendigen Senkung der Zuckeraufnahme geht es vor allem darum, süße Zwischenmahlzeiten und Getränke zu reduzieren. Denn: Je häufiger Zucker zugeführt wird, desto größer ist das Kariesrisiko.“

Da steckt Zucker hinter

Um seltener Zucker verzehren zu können, müssen Verbraucher jedoch zunächst wissen, in welchen Lebensmitteln Hersteller Zucker verwenden. Die Zutatenliste auf der Verpackung verrät, welche Inhaltsstoffe in einem Lebensmittel enthalten sind. Wird Zucker genannt, ist der normale Haushaltszucker (Saccharose) gemeint. Doch Vorsicht: Auch hinter Begriffen wie Süßmolkepulver, Glukose-Fruktose-Sirup und vielen anderen Bezeichnungen verbirgt sich zahnschädigender Zucker. Denn Milch-, Trauben- und Fruchtzucker werden von Kariesbakterien genauso zu Säure umgewandelt wie herkömmlicher Haushaltszucker. Von A wie Agavendicksaft über Maltodextrin bis hin zu Z wie Zuckerrübenkraut gibt es neben dem eigentlichen Begriff „Zucker“ etwa 70 weitere Bezeichnungen für süßende Zutaten und/oder für Zutaten, die dem Zuckergehalt hinzugerechnet werden müssen. Auch vermeintlich gesunde Süßmacher wie Honig oder brauner Zucker sind für die Gesundheit nicht besser als üblicher Haushaltszucker und fördern Karies in gleichem Maße.

 

Die Nährwerttabelle sorgt für Klarheit

In fast allen industriell hergestellten Lebensmitteln „versteckt“ sich Zuckerin Getränken wie Eistee oder auch in Herzhaftem wie Wurst. Zucker liefert nicht nur unliebsame Kalorien, er kann bekanntermaßen auch die Zähne schädigen. Doch die vielen Namen des Zuckers sorgen bei vielen Verbrauchern auch für viel Verwirrung. Nun bringt die Nährwerttabelle auf der Lebensmittelverpackung Klarheit in den Begriffswirrwarr mit dem Zucker: Ab 13. Dezember 2016 muss der Hersteller in der Nährwerttabelle alle verwendeten Zuckerarten aufsummieren und den Gesamtzuckergehalt eines Lebensmittels in Gramm angeben. Da sich die Angabe immer auf 100 g bzw. 100 ml eines Lebensmittels bezieht, kann der Verbraucher unterschiedliche Produkte direkt miteinander vergleichen.
Tipp: Zahnfreundlich Naschen mit dem „Zahnmännchen“

Die Verwendung von Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen besagt nicht unbedingt, dass ein Lebensmittel weniger oder keinen Zucker enthält. Ferner dürfen Produkte, die auf dem Etikett mit „zuckerfrei“, „ungesüßt“ oder „ohne Zuckerzusatz“ werben, zwar keinen Haushaltszucker, aber dennoch andere Zuckerarten enthalten, die ebenfalls die Zähne schädigen können. Vorsicht ist also auch hier geboten. Ein Blick auf die Nährwerttabelle ist sinnvoll! Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Zuckerfreie, zahnfreundliche Süßwaren, die wissenschaftlich getestet sind, erkennen Verbraucher am Siegel „Zahnmännchen“ der Aktion Zahnfreundlich e.V.

Quelle: Initiative proDente e. V.